Volkstanz
Volkstänze oder Folkloretänze sind Tänze, die zu traditionellen Volksfesten getanzt wurden und werden. Sie kommen in allen Kulturen vor und bilden zusammen mit der Volksmusik (nicht der volkstümlichen Musik!) eine untrennbare Einheit. Im Gegensatz zu Standardtänzen sind die Bewegungsabläufe nicht so strikt festgelegt. Auch die zum Tanz getragene Tracht unterschied sich durch Schmuck, verwendete Stoffe, Kopfbedeckungen und Zierat oft deutlich von der Alltagskleidung.
Mit der Verdrängung der originalen Volksmusik durch Popmusik der kommerziellen Vereinheitlichung von Volksfesten sowie dem vereinfachten Zugang zu einem größeren Freizeitangebot werden Volkstänze weniger ausgeübt, sie werden oft noch in regionalen Gruppen (nicht nur Volkstanzgruppen) oder bei speziellen Tanzveranstaltungen (z. B. Kathreintanz, Wiener Kathreintanz), BalFolk sowie für Touristen oder Brauchtumsveranstaltungen getanzt.
Man unterscheidet u.a. folgende Arten von Volkstänzen:
Alpenländische Volkstänze
« Ländler » Der Landler oder Ländler (Länderer, Dreher, Steirischer, Schleuniger, Almerischer, Landlerischer, Deutscher Tanz, Allemande usw.) ist ein Volkstanz aus Österreich, Süddeutschland und der Schweiz von meist mäßig geschwindter Bewegung und heiterem Charakter. Dabei führen die Paare Tanzfiguren aus, die oft recht kompliziert sein können. Der Rhythmus steht meist im Dreiviertel-Takt, selten im Zweiviertel-Takt (Salzkammergut-Ländler) oder verzogenen 7/8-Takt (Innviertler Ländler). Die Tanzschritte zum Ländler werden häufig improvisiert, begleitet wird das Tanzen häufig von Gstanzl-Singen, Jodeln, Klatschen oder Stampfen (Schuhplattler).
« Polka » Die Polka ist ein beschwingter Rundtanz im lebhaften bis raschen Zweivierteltakt. Der Name stammt aus Böhmen. Die Grundform ist eine Folge von Polkaschritten oder Wechselschritten (kurz-kurz-lang) mit Betonung auf dem ersten Kurzschritt, also abwechselnd auf dem linken und rechten Fuß. Ursprünglich wurde dieser Wechselschritt in Böhmen mit einem Hüpfer eingeleitet, in Deutschland mit einem Hüpfer abgeschlossen.
« Walzer » (von ´walzen´, drehen) Der (Wiener) Walzer ist ein Gesellschafts- und Turniertanz, der paarweise getanzt wird und zu den Standardtänzen des Welttanzprogramms gehört. Mit über 60 Takten pro Minute ist er nach Takten, wenn auch nicht nach Taktschlägen, der schnellste Tanz des Welttanzprogramms.
Der « Langsame Walzer » ist ein Gesellschafts- und Turniertanz im ¾-Takt. Der langsame Walzer ist einer der klassischen Standardtänze und wird normalerweise bei etwa 30 Takten pro Minute getanzt.
Um 1870 entwickelte sich in den USA eine sanftere Form des Wiener Walzers, der unter dem Namen Boston bekannt wurde. Diese Version behielt die für den Wiener Walzer charakteristischen drehenden Figuren bei, wurde aber zu einem langsameren Tempo getanzt. Um 1920 entwickelte sich daraus in England der Langsame Walzer, der wegen seiner Herkunft auch "English Waltz" genannt wird. Andere Quellen geben allerdings auch den österreichischen Ländler als "Urvater" des Langsamen Walzers an. Wie auch immer, die Tänzer nutzen das langsamere Tempo, um den Walzer um weitere Figuren zu bereichern, die damit das Tanzen interessanter machen. Der Langsame Walzer ist seit 1963 Bestandteil des Welttanzprogramms. Er gilt als der harmonischste Standardtanz und wird häufig zur Eröffnung einer Tanzveranstaltung getanzt.
Wichtig beim Langsamen Walzer ist der Schwung. Er wird auf dem zweiten Teil des ersten Taktschlags aufgebaut und dann auf "zwei, drei" sanft abgebremst. Weiterhin gibt es das sogenannte "Heben und Senken" oder auch "Rise and Fall", das Absenken des Körpers durch Beugen der Knie vor dem ersten Schlag (Senken) sowie dem Strecken der Knie und dem Stehen auf dem Fußballen zum zweiten und dritten Schlag (Heben).
Es gibt auch den sogenannten "Sway", der die Neigung des gesamten Körpers relativ zum Parkett angibt, wobei die Bewegung vom Becken ausgeht. Es wird in differenzierten Drehabschnitten getanzt, um den Schritt interessanter zu gestalten.
Niederdeutsche Volkstänze
Tänze aus dem Raum, in dem "plattdeutsch" gesprochen wird.
* Paartänze und Kreistänze: Siebensprung, Buske di Remmer, Klapptanz,
Hackeblock, Lott is dood, Jägerschottisch, Kreuzpolka, Stoppgalopp
* Tampeten: Oberkirchner Tampete, Tampete Dunkelschatten
* Figaro: Die schöne Wulka
* Reihentänze: Halber Mond, Lustige vörn Dische
* Trioletts: Allemande, Birnbaum
* Zweipaartänze: Erntetanz, Hack und Zeh
* Kontertänze: Föhringer Kontra, Sünnros, Artländer Konter, Viertüriger
* Quadrillen: Sauerländer Quadrille Nr. 4 und 5
* Kegel- und Achtpaartänze: Königsquadrille, Eldenaer Kegel, Der fünfte Junge
* Achtpaartänze: Vierzehntouriger, Großer Achter
